Gewinnung und Aufbereitung von Trinkwasser

90% des aufbereiteten Wassers im VVGG kommt aus dem Grundwasser, nur 10% aus so genanntem Uferfiltrat der Mulde. Der größte Teil des Grundwassers wird von den Niederschlägen gespeist, die im Boden versickern und dabei gefiltert werden. Für die Grundwassererfassung werden sogenannte Bohrbrunnen eingesetzt, die bis zu 130 m in das Erdreich gehen. Häufig ist es notwendig, das Wasser nach seiner Gewinnung in den Wasserwerken durch geeignete Verfahren so zu verändern, dass es den Anforderungen derTrinkwasserverordnung (TVO) genügt.

Die TVO regelt grundsätzlich die Beschaffenheit des Trinkwassers in hygienischer, bakteriologischer und chemischer Hinsicht. Ferner werden die Pflichten bei der Überwachung der Trinkwasserqualität festgelegt.

Mit mehr als 50 ständig untersuchten Parametern ist Trinkwasser das mit Abstand am umfassendsten untersuchte Lebensmittel. Untersuchungspflichten, Art der Untersuchung, Umfang und Häufigkeit sind für jede Wasserversorgungsanlage darin genau vorgeschrieben. Kontrollen und strenge Grenzwerte garantieren die gute Qualität unseres Trinkwassers. Im Jahr werden im Versorgungsgebiet ca. 500 Untersuchungen bzw. Analysen des Roh- bzw. Reinwassers durchgeführt.

Das Wasserwerk Grimma ist die größte Wasserversorgungsanlage des VVGG. Es wird von zwei territorial getrennten Fassungsgebieten gespeist. Das Gebiet Grimma-Parthenaue, aus dem Grundwasser gefördert wird sowie die Uferfiltratfassung Muldenaue bei Nimbschen-Höfgen aus der, wie der Name bereits verrät, Uferfiltrat gehoben wird. Wegen der generell kurzen Verweildauer des Wassers in den Leitungen ist dieses stets frisch.

Die Aufbereitung des Wassers geschieht in folgenden Schritten:

Entsäuerung

Entsäuerung ist notwendig, um Korrosionsschäden zu vermeiden und die Trinkwasserverordnung hinsichtlich des ph-Wertes einzuhalten. Es gibt einerseits die physikalische Methode, bei der das Wasser offen belüftet wird und somit überschüssige freie Kohlensäure entfernt werden kann und andererseits die chemische Methode, wo dem Rohwasser Natronlauge zugesetzt wird.

Filtration

Die Filtration dient dem Zweck, insbesondere Eisen und Mangan aus dem Rohwasser zu entfernen.

Desinfektion

Trinkwasser muss frei von Krankheitserregern sein. Ein Maß für die biologische Belastung des Wassers ist z.B. die Keimzahl. Bei Notwendigkeit erfolgt die Desinfektion mit Chlordioxid. Die Desinfektion ist auch notwendig, um der Wiederverkeimung des Wassers auf dem Transportweg in den Trinkwasserleitungen entgegen zuwirken.

Verteilung

Der VVGG verfügt über insgesamt 8 voneinander unabhängig funktionierende Wasserwerke, die in drei Versorgungsgebiete untergliedert sind. Zur Erhöhung der Versorgungssicherheit sind die Versorgungsgebiete miteinander verbunden. So kann im Havariefall schnell eine Ersatzversorgung aufgebaut werden.
Zur Speicherung dienen 18 Wasserbehälter, die bei einem Fassungsvermögen von 18.000 m3 mehr als einen Tagesbedarf abdecken können.

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