Alle Daten zur Abwasserbeseitigung ...

Technologie der Abwasserreinigung

Das Schmutzwasser der Haushalte fließt zusammen mit den Abwässern aus Industrie und Gewerbe - wie auch zum Teil das Regenwasser - in die Kanalisation. In ländlichen Bereichen erfolgt die Abwasserbehandlung vorwiegend in privaten dezentralen Kleinkläranlagen. Jeder Tropfen Wasser, ob aus der Toilettenspülung, der Dusche, der Waschmaschine oder der Badewanne, tritt eine lange Reise über viele Stationen der Reinigung an bis er weitgehend gereinigt in die Gewässer, wie z.B. die Mulde oder den Steingrundbach gelangt. Diese Gewässer werden als Vorfluter bezeichnet. Von 1994 bis ins Jahr 2004 konnte der Reinigungsgrad mechanisch-bakteriologischer Klärung von 30% auf über 90% erhöht werden.


Die Abwasserbeseitigung erfolgt im Trennsystem oder im Mischsystem.

Trennsystem
Für Schmutz- bzw. Niederschlagswasser gibt es voneinander unabhängige Kanalsysteme. Das Schmutzwasser wird einer zentralen Kläranlage zur Behandlung zugeleitet. Niederschlagswasser gelangt ohne weitere Behandlung in ein Fließgewässer ( Vorfluter) . Ein Trennsystem existiert z.B. im Ortsteil Altenhain der Stadt Trebsen.

Mischsystem
Unbehandeltes Schmutzwasser wie auch abfließendes Niederschlagswasser wird in einem gemeinsamen Straßenkanal aufgenommen und einer zentralen Kläranlage zugeführt. In Kleinkläranlagen vorbehandeltes Schmutzwasser wird wie das Niederschlagswasser in einen Vorfluter geleitet. In Kleinkläranlagen darf kein Niederschlagswasser eingeleitet werden.

Insbesondere durch die im Verbandsgebiet überwiegend vorhandenen Mischwassersysteme fallen bei Regenwetter mitunter sehr große Wassermengen an. Diese müssen teilweise in Regenbecken zurückgehalten werden. Bei sehr lang anhaltenden Niederschlägen ist es gestattet, das Niederschlagswasser (Mischwasser), nachdem die Speicher gefüllt sind, in die Vorfluter abzuleiten. Das in den Speichern verbleibende Wasser muss mit Beendigung des Niederschlags zur Kläranlage befördert werden. Dies ist erforderlich, weil vor allem der erste Teil des Regenwassers z. T große Mengen Schmutzfracht enthält und daneben mit Abwasser gemischt ist (Mischsystem).

Der technologische Ablauf umfasst folgende Schritte:

Zulauf
Das Abwasser gelangt in das Zulaufpumpwerk der Kläranlage.
Das Abwasser wird zur Rechenanlage gepumpt, Grobstoffe werden abgeschieden.

Sandfang
Die Fließgeschwindigkeit wird auf unter 30 cm/s reduziert. Dabei sedimentiert Sand auf der Sole des Sandräumers. Der Sand wird abgesaugt, entwässert und zur Deponie gebracht.

Ablauf der biologischen Abwasserbehandlung
Nachdem die Grobstoffe, wie Sand und größere nicht lösbare Rückstände, aus dem Abwasser über die Rechenanlage und den Sandfang entfernt sind, wird das Abwasser in spezielle Behälter geleitet. Hier erfolgt die biologische Behandlung. Dies geschieht nach dem gleichen Prinzip wie es auch in der Natur, beispielsweise in einem Gewässer, funktioniert. In der Natur steht der zum Abbau der Schmutzstoffe erforderliche Sauerstoff nur über die atmosphärische Luft zur Verfügung. Dabei ist natürlich das so genannte Selbstreinigungsvermögen der Gewässer stark begrenzt. In die Behälter wird über Kompressoren Luft zugeführt. Diese wird über ein spezielles Belüftungssystem verteilt, so dass viele sehr kleine Luftblasen auf das Wasservolumen verteilt werden. Durch den Luftsauerstoff können die Bakterien, die ohnehin im Abwasser vorhanden sind, die Schmutzstoffe "verzehren" und anlagern.

Nachklärung
Im folgenden Nachklärprozess werden die nun entstandenen zwei Phasen (Klarwasser und Schmutzwasser) durch Absetzung voneinander getrennt. Am Boden des Beckens setzt sich dabei der Schlamm ab. Das Klarwasser wird in den Vorfluter, d. h. das Gewässer, abgeleitet.

Entwässerung
In Zentrifugen wird der Klärschlamm entwässert und somit der Trockensubstanzgehalt erhöht.

Vorfluter
Das gereinigte Abwasser wird in den Vorfluter eingeleitet.

Natürlich gibt es eine Vielzahl weiterer hier nicht bezeichneter Einflussmöglichkeiten und Steuerungsvorgänge, um den biologischen Abbauprozess zu optimieren und um in kurzer Zeit mit möglichst geringem Aufwand eine größtmögliche Reinigung zu erzielen.

Nach der Behandlung des Abwassers in der Kläranlage gelangt es schließlich "gewaschen" wieder in ein Gewässer. Der Kreislauf geht somit weiter. Mit der Rückführung der gereinigten Abwässer in den Wasserkreislauf stehen wir in der Verantwortung gegenüber unserer Umwelt, insbesondere im Hinblick auf den Gewässerschutz.

Besonders in den neuen Bundesländern bestand und besteht hier noch ein großer wie kostenintensiver Aufholbedarf. Verantwortungsbewusst wollen wir uns dieser Aufgabe stellen, indem wir optimal ausgelegte Abwasseranlagen unter der Nutzung von Fördermitteln bauen.

Für die großen Mitgliedsgemeinden wurden innerhalb des Verbandsgebietes überwiegend neue Kläranlagen errichtet. In den letzten vier Jahren sind im Wertumfang von 9 Mio. € die Kläranlagen Grimma, Geithain und Bad Lausick entstanden. Bis Ende 2005 ist der Neubau weiterer Kläranlagen in Colditz und Trebsen (zusammen mit Nerchau) notwendig.

Die Kläranlagen Bad Lausick und Grimma verfügen über Fäkalschlammannahmen. Hier wird der Fäkalschlamm aus Kleinkläranlagen dem Behandlungsprozess dosiert zugeführt und mit dem Abwasser behandelt.

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