Zentral oder dezentral?

Jeder einzelne Verband verfügt über ein Abwasserbeseitigungskonzept (ABK). Das wird von den Wasserbehörden gefordert und bildet die Grundlage für alle Entscheidungen und Investitionen der Kommunalen Wasserwerke Grimma-Geithain GmbH. Das ABK besagt für einen festgelegten Zeitraum, in welcher Form die Abwässer behandelt werden – also ob in größeren kommunalen Kläranlagen oder kleineren Gruppenkläranlagen oder privaten vollbiologischen Kleinkläranlagen in eher ländlichen Gebieten.

Die Entscheidung darüber, welche Art der Abwasserentsorgung und -behandlung in welchem Ort des Verbandsgebietes die passende ist, trifft die Verbandsversammlung nach rein volkswirtschaftlichen Gesichtspunkten. Ausschlaggebend ist, was für alle Kunden des Versorgungsverbandes Grimma-Geithain in der Gesamtheit betrachtet die günstigste Variante wäre – und die wird umgesetzt.

Im Verbandsgebiet werden circa 51 Prozent der anfallenden Abwässer zentral behandelt, also in kommunalen Kläranlagen. Die dezentralen Entwässerungslösungen werden für in ländlich geprägten Gebieten oder für abseits liegende und einzeln stehende Grundstücke favorisiert. Sie machen circa 49 Prozent aus. Die Europäische Union fordert bis Ende 2015 für alle dezentralen Abwasseranlagen eine vollbiologische Reinigung. Auf diese Weise will man die Gewässergüte verbessern. Von einem „guten Zustand“ ist hier die Rede.