Wasserlexikon

Abfluss

In der Siedlungswasserwirtschaft Bezeichnung für das in natürlichen oder künstlichen Gerinnen abfließende Oberflächenwasser wie Regen- oder Schmelzwasser. Die Intensität des Abflusses wird durch Gerinneform und -gefälle wesentlich beeinflusst.

Abrasion

Abrieb von Rohren oder Pumpen durch im Abwasser und Wasser enthaltene Feststoffe. Abrasion führt zum Verschleiß des Werkstoffes. Bei erhöhter Abrasion müssen besser geeignete Werkstoffe ausgewählt werden.

Absetzbecken

Teil einer Kläranlage, in dem die festen Stoffe aus der Flüssigkeitsphase (dem Wasser) aufgrund ihres Dichteunterschieds abgetrennt werden. Hier wird die horizontale Fließgeschwindigkeit deutlich reduziert. Der Abscheidegrad, d.h. das Verhältnis zwischen abgetrennten und in das System eingetretenen festen Stoffen, ist abhängig von den Korngrößen, der Fließgeschwindigkeit und der Verweildauer.

Absorption

Anreicherung eines gelösten gasförmigen oder flüssigen Stoffes in einem Feststoff oder einer Flüssigkeit unter gleichmäßiger Verteilung. Auch Licht und andere Strahlen werden in dem Medium, welches sie durchqueren, absorbiert. Häufige Anwendungsfälle sind die Absorption von Gasen in Flüssigkeiten und von Licht in farbigen Lösungen zur Bestimmung von Konzentrationen.

Abwasser

In Industrie, Gewerbe und Haushalt gebrauchtes und dadurch verunreinigtes Wasser, welches in Menge und Zusammensetzung unterschiedlich ist und starken Schwankungen unterliegen kann. Es kann gelöste, kolloidale und feste Verunreinigungen enthalten. Auch Niederschlagswasser, welches von Straßen, befestigten Plätzen und Dächern abfließt, ist teilweise verunreinigt und kann zu Teilen auch zum Abwasser gezählt werden. Abwässer müssen entsprechend der Gesetzgebung vor der Einleitung in ein Gewässer (auch durch Versickerung) einer Abwasserreinigung unterzogen werden.

Abwasseranlagen

Technische Einrichtungen zur Abwasserableitung und zur Abwasserreinigung (siehe auch Kläranlagen). Sie dienen insbesondere dem Sammeln, Fortleiten, Drosseln, Behandeln, Einleiten, Versickern, Verregnen und Verrieseln von Abwasser bzw. gereinigtem Abwasser. Auch Anlagen für die Behandlung von Klärschlämmen gehören zu den Abwasseranlagen dazu.

Abwasserreinigung

Die Summe an Maßnahmen zur Verringerung oder Beseitigung der Schmutzfracht des Abwassers. In der kommunalen Abwasserreinigung werden drei wesentliche Stufen unterschieden: Stufe 1) die mechanische Reinigung – Entfernung der gröberen ungelösten (Rechen) und sedimentierbaren Abwasserbestandteile (Sandfang). Stufe 2) die biologische Reinigungsstufe – Eliminierung der meisten gelösten organischen Verbindungen durch biologische Abbauprozesse (Belebtschlammverfahren, Tropfkörperverfahren und andere). Stufe 3.) Elimination von anorganischen und nicht abbaubaren organischen Verbindungen unter Einsatz weitergehender biologischer, chemischer oder physikalischer Verfahren (Fällung, Flockung, Membranfiltration).

Adsorption

Grenzflächenreaktion, bei der sich eine gelöste Substanz auf der festen Oberfläche eines Materials anreichert. Ein häufiger Anwendungsfall ist die Elimination gelöster organischer Substanzen aus Wasser durch Adsorption an Aktivkohle.

Aktivkohle

Industriell hergestelltes Hilfsmittel zur Adsorption. Ihre Kohlenstoff-Strukturen bestehen aus kleinsten Graphit-Teilchen und amorphem Kohlenstoff. So besitzt Aktivkohle eine große innere Oberfläche und ist daher sehr gut für die Adsorption geeignet. Aktivkohle wird insbesondere in der Trinkwasseraufbereitung eingesetzt, dabei werden Spurenstoffe wie z.B. organische Wasserinhaltsstoffe entfernt.

Ammoniak

Farbloses, stechend riechendes und wasserlösliches Gas, NH3. Es entsteht bei der Fäulnis pflanzlicher und tierischer Substanzen durch Zersetzung von Eiweißverbindungen. In der Industrie wird Ammoniak als Grundstoff der Düngemittelproduktion eingesetzt.

Ammonium

Chemische Verbindung von Stickstoff und Wasserstoff in Wasser, NH4. Ammonium ist ein Wasserschadstoff und wird durch die biologische Abwasserreinigung (Nitrifikation) zu Nitrat oxidiert.

Armaturen

In ->Rohrleitungen eingebaute Vorrichtungen, welche als Regel-, Steuer-, Mess- oder Absperrorgan des Wasserstroms dienen. Sie können sowohl manuell als auch mit Hilfe von Antrieben betätigt werden. Die unterschiedlichen Einsatzbereiche von Armaturen sind u.a. abhängig von dem vorherrschenden Druck in der Leitung, den Anforderungen an die Dichtheit der Armatur und der Richtung des Wasserstroms. Der Begriff Armatur wird u.a. auch für in Leitungen eingebaute Ventile verwendet. Auch eingebaute Messblenden, Filter, Siebe usw. fallen im weiteren Sinne darunter. Sicherheitsarmaturen dienen zur Begrenzung des Druckes in druckbelasteten Anlagen wie z.B. -> Faulungsreaktoren. Bei Rückschlagarmaturen bewirkt der Wasserstrom in der Rohrleitung das selbständige Schließen des Ventils.

Aufbereitung

Bezeichnung für den Herstellungsprozess eines gewünschten Zustandes von einem bestimmten Stoff oder Stoffsystem. In der Wasseraufbereitung ist die Herstellung von Trinkwasser aus Grund- oder Oberflächenwasser gemeint. Die Abwasseraufbereitung beinhaltet beispielsweise die Klärschlammbehandlung (Homogenisierung, Entwässerung, Trocknung).

Aufhärtung

Im Trinkwasser besteht ein Gleichgewicht zwischen pH-Wert und Härtebildnern (v.a. Magnesium und Calcium). Die Härte eines Trinkwassers besitzt eine geschmacksbestimmende Wirkung. Bei einer geringen Wasserhärte und damit einem geringen Gehalt an Magnesium und Calcium, z.B. bei Talsperrenwasser kann das Wasser korrosionsfördernde Eigenschaften auf einige Werkstoffe haben sowie hohe pH-Werte über dem Grenzwert der Trinkwasserverordnung aufweisen. Deswegen wird sehr weiches Trinkwasser aufgehärtet.

Aufsalzung

Erhöhung der Salzfracht eines Gewässers durch geogenen oder menschlich bedingten Salzeintrag. Bei der kommunalen Abwasserreinigung werden Salze nicht entfernt.