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Investitionen in Millionenhöhe

Versorgungsverband Grimma-Geithain erhält Fördermittel für sogenannte Brunnendörfer / Wüstenhain und Terpitz 2022 geplant / Schwerpunkt im Trinkwasserbereich

Mit dem Beschluss des Wirtschaftsplanes und damit auch des Investitionsplanes kann die Kommunale Wasserwerke Grimma-Geithain GmbH (KWW), an der der Versorgungsverband Grimma-Geithain (VVGG) mit 51 Prozent und sein Betriebsführer, die Veolia Wasser Deutschland GmbH mit 49 Prozent beteiligt ist, ihre Projekte für das Jahr 2022 eintakten. Die Weichen hat die Verbandsversammlung des VVGG auf ihrer Zusammenkunft am 15. Dezember 2021 gestellt.

Insgesamt investiert die KWW im kommenden Jahr sechs Millionen Euro und bleibt damit in den Grenzen, die sie sich selbst im Sinne der wirtschaftlichen Stabilität des VVGG auferlegt hat. Der Schwerpunkt der Investitionstätigkeit liegt im Trinkwasserbereich.

So konnte Verbandsgeschäftsführer Lutz Kunath gute Nachrichten in Sachen Fördermittel verkünden. Denn der Verband erhielt dieser Tage für alle vier beantragten Projekte, um sogenannte Brunnendörfer oder Splittersiedlungen zu erschließen, eine Zusage von der Sächsischen Aufbaubank. Aus Sicht des Geschäftsführers durchaus unerwartet, wie er sagte. Die Bauvorhaben werden zu 65 Prozent bezuschusst.

Darunter die Erschließung von Terpitz und Wüstenhain (beide Stadt Frohburg). Elf Grundstücke in Wüstenhain, die bisher von der Agrargenossenschaft Kohren-Sahlis versorgt werden, sollen nun an das öffentliche Trinkwassernetz angeschlossen werden. Zuletzt hatte es hier, wie Lutz Kunath berichtet, Probleme mit der Trinkwasserqualität gegeben. Es wird eine Leitung von Rüdigsdorf nach Wüstenhain gezogen (circa 430 Meter), um das Wasser in das bestehende Ortsnetz des Dorfes einzuspeisen.

In Terpitz handelt es sich laut Plan um 47 Grundstücke, die mit Hilfe der Fördermittel erschlossen werden sollen. Allein die Baukosten liegen bei rund einer Viertelmillion Euro. Hier besteht über eine Genossenschaft ein Gesellschaftsvertrag, der die Wasserversorgung im Dorf regelt. Das Netz ist über 100 Jahre alt. Bisher, so Lutz Kunath, habe der Verband „keine Veranlassung gebabt, dort aktiv zu werden“. Doch inzwischen erfülle das Trinkwasser nicht mehr den Anforderungen der Trinkwasserqualität. „Wir erschließen den gesamten Ort mit einer öffentlichen Versorgungsleitung“, kündigt er an.

Die weiteren Planungsschritte insbesondere für diese beiden Förderprojekte sind angeschoben. Man werde sie in jedem Fall 2022 umsetzen. „Wenn wir die Chance jetzt nicht nutzen, bekommen wir die Gelegenheit auf Fördermittel vermutlich nicht so schnell wieder“, weiß Lutz Kunath. Für 2023 – dann läuft auch die Förderrichtlinie aus – sind bereits die ebenfalls geförderten Erschließungen einiger abgelegenen Wohngrundstücke in Streitwald (Stadt Frohburg) und Grethen (Gemeinde Parthenstein) im Investitionsplan der KWW vorgemerkt.

Ein weiteres großes Investitionsvorhaben für 2022 betrifft die Wasserfassung Podelwitz. Hier soll zum Beispiel die fast 600 Meter lange Rohwasserleitung erneuert werden. Außerdem ist es für eine dauerhaft hohe Versorgungssicherheit geboten, den „Sportplatzbrunnen“ und den „Gemüsebrunnen“ durch einen neuen Brunnen zu ersetzen. Ein Gesamtvorhaben mit einem Volumen von rund 360.000 Euro.

Neue Trinkwasserleitungen sowie Mischwasserkanäle sollen im kommenden Jahr laut Investitionsplan unter anderem in Bad Lausick, Angerstraße (170 Meter), gebaut werden. Außerdem steht die Obere Dorfstraße im Ortsteil Buchheim im Plan; rund 350 Meter der Ortsdurchfahrt werden erneuert. In Geithain sind in Abstimmung mit der Stadt nun die Arbeiten in der Marienstraße geplant. 2022 will man den ersten Bauabschnitt (rund 350 Meter) realisieren, 2023 dann den zweiten (550 Meter). Die KWW investieren sowohl in das Trinkwassernetz als auch die Kanalisation.

Ähnliche Probleme wie die Städte und Gemeinden, für den Straßenbau Fördermittel zu bekommen, hatte auch der Landkreis. Doch 2022 soll die Ortsdurchfahrt Böhlen gebaut werden. Dann werden hier auch neue Leitungen für Trinkwasser (250 Meter) und Mischwasser (400 Meter) verlegt.

Am Göttwitzsee in Mutzschen hätte die KWW in diesem Jahr schon investiert, allerdings fand sich in der Ausschreibung keine Baufirma, die das Projekt umsetzen wollte. Lutz Kunath führt dafür „die bekannten Gründe“ an: volle Auftragsbücher, aufwendige Materialbeschaffung und andauernder Personalmangel. Nun schreibt man das Vorhaben erneut aus. „Wir nutzen den Winter für die Ausschreibungen und hoffen, nun Erfolg zu haben“, so Lutz Kunath. 170 Meter Leitungen (Trinkwasser und Niederschlagswasser) sind zu verlegen.

Auch in Hochbehälter will die KWW investieren. 2022/23 soll zunächst der Ersatzneubau für den in die Jahre gekommene Wasserspeicher Ebersbach geschaffen werden. In der Stadt Grimma soll zudem die Binnenentwässerung optimiert werden, um für künftige Hochwasserereignisse besser gewappnet zu sein. Geplant sind der Ersatz beziehungsweise Neubau für die Pumpwerke Baderplan und Verlobungsgässchen.

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