Gemeinsame Ausschreibung soll Ende des Jahres erfolgen / Regenwasser wird künftig direkt abgeleitet / Erneuerung von Trink- und Abwasserleitungen sowie Straßenausbau
Im Grimmaer Ortsteil Hohnstädt wird ein Teil der Seumestraße saniert. Ein lange geplantes Projekt der Stadt, das jetzt realisiert wird – „und da ziehen wir natürlich mit und erneuern unsere Leitungen für Trink-, Schmutz- und Niederschlagswasser“, informiert Kerstin Härtel, die Geschäftsführerin des Versorgungsverbandes Grimma-Geithain (VVGG). Ende des Jahres soll die gemeinsame Ausschreibung erfolgen. Derzeit laufen die Planungen und Abstimmungen mit der Unteren Wasserbehörde beim Landkreis Leipzig.
Dirk Streubel betreut das Bauvorhaben als Projektleiter bei Veolia, dem Betriebsführer des VVGG: „Bisher wird das in der Seumestraße in den Haushalten anfallende Abwasser über eine Mischwasserkanalisation zur Kläranlage Grimma-Dorna geschickt und dort behandelt.“
Nun soll für die Ableitung des anfallenden Niederschlagswassers anders geregelt werden. In erster Linie, um die Kläranlage vor allem bei stärkeren Regenfällen in ihrer Funktionstüchtigkeit nicht übermäßig zu belasten. Das anfallende Niederschlagswasser wird künftig über einen separaten Kanal in einen Vorfluter geleitet, der in Richtung Mulde entwässert. „Wir entflechten damit die bestehende Entwässerungssituation in der Seumestraße und organisieren sie neu, sodass die Niederschläge gar nicht erst als Abwasser auf der Kläranlage ankommen“, erläutert Dirk Streubel.
Herausforderungen sieht Dirk Streubel für die Baufirma vor allem in den relativ beengten Platzverhältnissen in der Straße. Anwohner müssten sich deshalb darauf einstellen, dass sie nicht zu jeder Tages- und Nachtzeit ihre Grundstücke erreichen können. In Abstimmung mit der Baufirma würden sich mit Sicherheit Kompromisse finden, ist der Projektleiter bei Veolia überzeugt.
Das Schmutzwasser fließt in einem neuen, 560 Meter langen Kanal im freien Gefälle zur nächsten Pumpstation. 25 Zentimeter misst der Kanal im Durchmesser.
Für die Ableitung des Niederschlagswassers in Richtung Mulde wird ein komplett neuer Kanal gebaut, der sich über circa 850 Meter Länge erstreckt und über einen Durchmesser von bis zu 40 Zentimeter verfügt. Die Abmessungen erklärt Dirk Streubel mit der Tatsache, dass man hier „ein relativ großes Gebiet entwässern muss“. Bislang floss das Niederschlagswasser, das nicht in den Mischwasserkanal geleitet wurde, einfach ins Gelände. Nun passe man die Entsorgung den gesetzlichen Vorgaben an, indem ein separater Kanal für Niederschlagswasser gebaut wird.
Übrigens ist auch Niederschlagswasser Abwasser. Aber anders als das Schmutzwasser aus den Haushalten muss es nicht auf der Kläranlage behandelt werden, sondern kann direkt in den Vorfluter – also ein naheliegendes Gewässer – geschickt werden.
Das Trinkwassernetz in der Seumestraße wird ebenfalls erneuert. Wie auch der neue Schmutzwasserkanal werden die neuen Leitungen zur Versorgung der VVGG-Kunden mit Trinkwasser auf einer Länge von 560 Metern geschaffen.
Die Trinkwasserhausanschlüsse werden nach Bedarf erneuert. Auch neue Grundstücksanschlüsse für die Ableitung von Schmutz- und Niederschlagswasser sind bei diesem Bauvorhaben berücksichtigt. In Summe knapp 80 an der Zahl. Kostenfrei sind diese Arbeiten mit je einem Anschluss für Schmutzwasser und einem für Niederschlagswasser. Was darüber hinausgeht, müssen die Grundstückseigentümer bezahlen, unterstreicht Dirk Streubel.
Wie Kerstin Härtel informiert, werden die Kommunalen Wasserwerke in der Seumestraße circa 160.000 Euro für die Erneuerung der Trinkwasserleitungen investieren. Für den Schmutzwasserkanal und die Grundstücksanschlüsse sind netto rund 340.000 Euro veranschlagt, knapp 625.000 Euro für die Ableitung des Niederschlagswassers in einem komplett neuen Kanal.
