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Warum Feuchttücher so problematisch sind

19. November ist Welttoilettentag / Jeder kann etwas dazu beitragen, die Arbeit der Abwasser-Experten zu erleichtern

Das Problem ist allgegenwärtig: Feuchttücher. “Die haben einfach nichts in der Toilette zu suchen”, betont Thomas Bittner, Gruppenleiter Abwasser bei der Veolia Wasser Deutschland GmbH in der Niederlassung Grimma. Er beschreibt ein Phänomen, dass am Welttoilettentag (19. November) hoffentlich, wie er findet, die besondere Aufmerksamkeit der Bevölkerung bekommt. Denn jeder könne seinen Beitrag leisten, um die Arbeit der Abwasser-Experten zu erleichtern.

“Feuchttücher bereiten uns beim Betrieb der Abwasseranlagen enorme Probleme”, betont er. Ähnlich verhält es sich mit feuchtem Toilettenpapier, das ebenfalls nichts in der Toilette zu suchen hat. “Die Eigenschaften des Materials sind identisch: Es zerreißt nicht.” Genauso wie Küchenrollen, die ja den Zweck hätten, Wasser aufzunehmen und eben nicht zu reißen. Normales Toilettenpapier hingegen zerfällt in seine Fasern, wenn es im Wasser liegt und weggespült wird.

“Das Problem zeigt sich weniger im Haushalt, der Einzelne merkt davon nichts. Aber wenn Feuchttücher oder auch Mullbinden vielerorts in der Toilette landen, geht das beim Betrieb der Anlagen, den wir im Auftrag des Versorgungsverbandes Grimma-Geithain sicherstellen,  nicht spurlos an uns vorbei”, sagt Thomas Bittner. Wenn die Feuchttücher geballt an den Pumpstationen ankommen, wickeln sie sich um die Pumpenräder. Je mehr das sind, umso schwerer laufen die Pumpen, das erhöht den Energieverbrauch – “und irgendwann fallen sie komplett aus”. Aus den Feuchttüchern, weiß der Veolia-Abwasser-Experte, bildeten sich derart feste, starre Verzopfungen, die sich extrem schwer auflösen lassen.

Doch soweit muss es nicht kommen. “In vielen Ländern der Welt gibt es zum Teil überhaupt keine funktionierende Abwasserentsorgung. Bei uns funktioniert sie auf sehr hohem Niveau und zum Schutz der Umwelt. Dessen sollten wir uns gerade zu solchen Anlässen, wie dem Welttoilettentag, bewusst werden”, rät Thomas Bittner und hofft auf einen Lerneffekt: “Toiletten sind definitiv keine Mülleimer.” Und sie sollten nicht als solche missbraucht werden: nicht für Feuchttücher, nicht für feuchtes Toilettenpapier, nicht für Medikamente und auch nicht für Essensreste, denn dabei würden die Rohre verfetten und sich zusetzen, bis der Abfluss irgendwann nicht mehr funktioniert.

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